26.02.16

„Erschütternde Wahrheit“ – Kopfverletzungen im Sport mit gravierenden Folgen

Bergmannsheil-Experten appellieren: Gehirnerschütterungen immer ernst nehmen


Eine Elektroenzephalografie (EEG) gehört zum diagnostischen Spektrum bei der Abklärung eines Schädel-Hirn-Traumas – Bildnachweis: Volker Daum/Bergmannsheil

Mehr als 44.000 leichte Schädel-Hirn-Verletzungen durch Sportunfälle werden jährlich in Deutschland diagnostiziert. Vielfach bleiben sie jedoch unerkannt und werden daher überhaupt nicht behandelt. Welche gravierenden Folgen wiederholte Gehirnerschütterungen haben können, wenn sie nicht therapiert werden, thematisiert das US-amerikanische Sportlerdrama „Erschütternde Wahrheit“, das derzeit in den Kinos läuft. Neurologen des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil appellieren daher, Kopfverletzungen im Sport immer qualifiziert abklären zu lassen.

Problem betrifft zahlreiche Sportarten

„Vor allem die leichten Schädel-Hirn-Traumata werden zu oft auf die leichte Schulter genommen“, erläutert Prof. Dr. Martin Tegenthoff, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik im Bergmannsheil. Kopfverletzungen durch Stürze oder Schläge kommen natürlich gehäuft bei körperbetonten Sportarten wie Boxen oder Eishockey vor, geschehen aber regelmäßig auch in anderen Sportarten. Nicht immer sind die Symptome eindeutig, sodass die Betroffenen vielfach darüber hinweg gehen. Dies birgt große Gefahren, weil sich auch längerfristige Gehirnschädigungen einstellen können. „Dieses Risiko besteht vor allem dann, wenn man mehrfach und wiederholt vermeintlich leichte Gehirnerschütterungen erleidet“, so Prof. Tegenthoff. Die Folgen können sich in anhaltenden Kopfschmerzen, Schwindel, im teilweisen Verlust der Gedächtnisleistung und der Konzentrationsfähigkeit oder auch in neuropsychologischen Störungen äußern. „Mittels einer genauen neurologischen, radiologischen bzw. neuropsychologischen Diagnostik, wie sie zum Beispiel im Rahmen des „Brain-Check-Programms“ an BG Kliniken durchgeführt wird, lassen sich Art und Umfang der Schädel-Hirn-Verletzung erfassen und darauf aufbauend geeignete Behandlungskonzepte erstellen“, sagt Prof. Dr. Peter Schwenkreis, Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik im Bergmannsheil.

Netzwerk der BG Kliniken

Im Verbund mit den BG Kliniken in Hamburg, Berlin, Halle und Murnau hat das Bergmannsheil das „Schädel-Hirn-Trauma-Netzwerk Sport“ begründet, um betroffenen Sportlern eine kompetente Anlaufstelle für Diagnostik und Therapie von Schädel-Hirn-Verletzungen zu bieten. Das Netzwerk der BG Kliniken kooperiert dabei mit der ZNS-Hannelore Kohl Stiftung im Rahmen der Initiative „Schütz Deinen Kopf!“. Sie hat zum Ziel, die Öffentlichkeit und speziell Amateur- und Profisportler, Vereine, Trainer und Betreuer verstärkt für das Problem unerkannter Gehirnerschütterungen zu sensibilisieren. Entsprechende Informationen sowie eine App mit Tipps für den Spielfeldrand sind auf der Seite www.schuetz-deinen-kopf.de verfügbar.

Die BG Kliniken verfügen aufgrund ihres besonderen Versorgungsauftrages über umfangreiche Expertise unter anderem im Bereich der Schädel-Hirn-Verletzungen. Sie haben daher maßgeblich an der Erstellung der Qualitätsstandards „Schädel-Hirn-Verletzungen“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) mitgewirkt. Sie sind darüber hinaus auch in der Forschung in diesem Bereich engagiert. So führt das Netzwerk der BG Klinken unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Schwenkreis aus dem Bergmannsheil derzeit eine Studie durch, um mögliche Langzeitfolgen von Gehirnerschütterungen noch genauer zu untersuchen.

Über das Bergmannsheil

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil repräsentiert den Strukturwandel im Ruhrgebiet wie kein anderes Krankenhaus: 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung von verunglückten Bergleuten gegründet, zählt es heute zu den modernsten und leistungsfähigsten Akutkliniken der Maximalversorgung und gehört zum Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB). In 23 Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 652 Betten werden jährlich rund 21.000 Patienten stationär und 65.000 Patienten ambulant behandelt.
 
Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil gehört zur Unternehmensgruppe der BG Kliniken. In ihr sind neun berufsgenossenschaftliche Akutkliniken, zwei Kliniken für Berufskrankheiten und zwei Unfallbehandlungsstellen verbunden. Mit 12.000 Mitarbeitern und jährlich über 500.000 Patienten ist die Gruppe einer der größten Klinikverbünde Deutschlands. Weitere Informationen: www.bergmannsheil.de, www.bg-kliniken.de

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Peter Schwenkreis
Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik und Poliklinik
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-3610
E-Mail: peter.schwenkreis@bergmannsheil.de

Pressekontakt:
 
Robin Jopp
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-6125
E-Mail: robin.jopp@bergmannsheil.de


Dateien:
jpg Pressbild zum Download - Bildnachweis: Volker Daum/Bergmannsheil 1.7 M
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