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Botulinumtoxin-Ambulanz
Ltd. Arzt: Prof. Dr. M. Tegenthoff

Die Botulinumtoxin-Ambulanz

Neurologische Universitäts- und Poliklinik

Botulinumtoxin-Spezialambulanz im Bergmannsheil Bochum
Leitung: Dr. med. T. Grehl, Prof. Dr. M. Tegenthoff

Die Botulinumtoxin-Ambulanz ist Teil der Poliklinik der Neurologischen Universitätsklinik der Kliniken Bergmannsheil. Schwerpunkt ist die ambulante Betreuung von Patienten mit dystonen Bewegungsstörungen.

Dystonien sind anhaltende, unwillkürliche Muskelkontraktionen, die Teile des Körpers in abnorme, teils bizarre und für den Patienten unangenehme Positionen zwingen. Hierzu zählen u.a.:

  • der Blepharospasmus
  • die oromandibuläre Dystonie
  • die zervikale Dystonie
  • Hand- und Fußdystonien

Bei diesen Formen der "Bewegungsstörung" stellt die lokale intramuskuläre Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin (BoNT) bereits seit einigen Jahren die Therapie der ersten Wahl dar.

Auch der Spasmus facialis (hervorgerufen durch eine periphere Schädigung des N. facialis bzw. seiner Kerngebiete), der in der Regel einseitig auftritt, kann entsprechend dem dystonen Blepharospasmus mit Botulinumtoxin behandelt werden

Weitere Therapiemöglichkeiten bestehen bei spastischen Bewegungsstörungen. Auch hier wird Botulinumtoxin seit über 10 Jahren erfolgreich eingesetzt. Die Zulassung für diese Indikation wurde kürzlich erweitert. Eine Behandlung ist nun generell für ein fokales spastisches Syndrom möglich, wie zum Beispiel nach einem Schlaganfall, einem schweren Schädel-Hirn Trauma oder bei Erkrankungen des Zentralen Nervensystemes (ZNS) wie die Multiple Sklerose (MS).
Der Einsatz ist insbesondere zu erwägen bei ausgeprägten durch die Spastik bedingten Schmerzen, bei durch die Tonuserhöhung hervorgerufene Fehlstellung von Extremitäten, bzw Gelenken, zur Verbesserung einer motorischen Funktion oder auch der Pflege und Hygiene, bzw. zur Verbesserung bestehender, aber noch nicht fixierter Kontrakturen oder zur Vermeidung von Kontrakturen. Sinnvoll erscheint dieses insbesondere bei folgenden Befunden:

  • adduzierte, innenrotierte Schulter
  • gebeugtes Ellenbogengelenk
  • pronierter Unterarm
  • gebeugtes Handgelenk
  • spastischer Faustschluss
  • Hüftbeuger- oder Adduktorenspastik
  • Gebeugtes Kniegelenk
  • Spitzfuß und spastische Zehenkrallen

Darüberhinaus kann auch die umschriebene Hyperhidrose, also das krankhaft vermehrte Schwitzen insbesondere im Bereich

  • der Achselhöhlen
  • der Hände und
  • der Füße

erfolgreich mit Botulinumtoxin behandelt werden. Eine Hyperhidrose kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung und Einschränkung im beruflichen und privaten Bereich führen. Profuses Schwitzen kann darüberhinaus zu Hautmazerationen und Sekundärinfekten führen.

Die Behandlung einer Sialorrhoe (dem vermehrten Speichelfluss) wird nur in Ausnahmefällen bei definierten Kranheitsbildern wie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) oder dem Parkinson Syndrom durchgeführt.

WAS IST BOTULINUMTOXIN?

Botulinum Toxin ist ein Neurotoxin und wird von dem Bakterium Clostridium botulinum produziert. Das Toxin hemmt dosisabhängig die Freisetzung gewisser Botenstoffe (Acetylcholin, Ach), die u.a. für die Signalübertragung vom Nervenkabel auf den Muskel und damit letztendlich für die Muskelkontraktion verantwortlich ist (bzw. auch für die Schweißsekretion, siehe Behandlung der Hyperhidrose).
In jedem Fall kommt es zu einer Rückbildung der Wirkung aber auch einer eventuell aufgetretenen unerwünschten Wirkungen innerhalb weniger Wochen bis Monate (üblicherweise nach 3 bis 5 Monaten). Die Behandlung kann dann problemlos wiederholt werden, auch über Jahrzehnte falls erforderlich.