Forschungsprojekt: Einsatz von Exoskeletten in der Rehabilitation

Die Chirurgische Klinik und Poliklink des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil erforscht den Einsatz eines japanischen Exoskelettsystems – weltweit erstmalig außerhalb des Herstellerlandes. Es soll helfen, die Bewegungsfähigkeit von gelähmten und gebrechlichen Menschen zu verbessern. Bei HAL, so heißt der Roboteranzug, handelt es sich vom Prinzip her um ein Exoskelett, also ein System, das dem Körper von außen eine zusätzliche Stützfunktion verleiht. Es sitzt wie eine Rüstung am Körper, ist aber aus sehr leichten, extrem belastbaren Spezialkunststoffen gefertigt. Mittels computergesteuerter Motoren, die am Körper fixiert sind, werden ausgefallene Körperfunktionen des Trägers ersetzt beziehungsweise unterstützt. Querschnittgelähmte sind damit unter bestimmten Voraussetzungen in der Lage, Bewegungsabläufe wie Stehen oder Gehen ausführen zu können.

Entwickelt wurde HAL von Prof. Dr. Yoshiyuki Sankai von der Universität Tsukuba in Japan. Das Besondere: Anders, als andere Exoskelett-Systeme wird HAL durch Nervenimpulse des Patienten gesteuert. Diese werden von Sensoren auf der Haut des Patienten erfasst und in Steuerungsbefehle für die Elektromotoren umgesetzt. Die Motoren bewegen die Gelenke ihres Trägers und sorgen für zielgerichtete Bewegungsabläufe. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Thomas A. Schildhauer, Ärztlicher Direktor und Direktor der Chirurgischen Klinik, erforscht, ob sich die Symptomatik bei Probanden mit inkompletter Querschnittlähmung verbessert, wenn sie regelmäßig mit dem Exoskelett auf dem Laufband trainieren. Denn möglicherweise stimuliert das HAL-Training die Weiterleitung der Nervensignale zwischen Gehirn und Muskel. Verlorene Funktionen könnten sich somit zumindest teilweise regenerieren.

Weitere Informationen zu HAL:
http://www.cyberdyne.jp/english/
http://www.exoskelette.com/cyberdyne.html

Direktor

Prof. Dr. Thomas A. Schildhauer

Chirurgische Universitätsklinik und Poliklinik
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum

Sekretariat:

Sabine Slavik
Tel.: 0234-302-6502
Fax: 0234-302-6530
E-Mail: sabine.slavik­(at)bergmannsheil.de

Barbara Reckwald
Tel.: 0234-302-6501
Fax: 0234-302-6530
E-Mail: barbara.reckwald­(at)bergmannsheil.de

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