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Ambulanzen und Sprechstunden

BG-Spezialambulanz für psychische Störungen nach Arbeitsunfall

Versicherte nach Arbeitsunfällen mit körperlichen organisch begründeten Gesundheitsschäden werden in aller Regel durch das über Jahre erfolgreich etablierte D-Arztverfahren kompetent behandelt. Im Laufe der letzten Jahre ist eine zunehmende Zahl psychischer Gesundheitsschäden nach Arbeitsunfällen zu beobachten (psychisches Trauma oder psychoreaktive Störung). Aktuell findet sich gerade bei psychischen Störungen eine zunehmende Zahl von langdauernden Heilverfahren mit oft frustranem Verlauf und unbefriedigendem Ergebnis.

Es ist allgemein bekannt, dass eine rasche Einleitung der notwendigen therapeutischen Maßnahmen solche langdauernden Verläufe verhindern kann und einer Chronifizierung vorbeugt. Die beratungsärztliche Erfahrung zeigt, dass die betroffenen Versicherten häufig -insbesondere auch aufgrund organisch nur schwer erklärbarer Schmerzsyndrome- von einem Arzt bzw. Psychologen zum nächsten geschickt werden, ohne dass ein gezieltes Heilverfahren eingeleitet wird bzw. ein therapeutischer Erfolg zu verzeichnen ist. Begleitend kommt es häufig zu auch juristisch geführten Auseinandersetzungen zwischen dem Versicherten und dem zuständigen Unfallversicherungsträger bezüglich des Unfallzusammenhangs und damit der Leistungspflicht des Unfallversicherungsträgers. Bei sehr medienwirksamen Erkrankungen, wie derzeit z.B. der posttraumatischen Belastungsstörung besteht leider auch die Gefahr einer Überschätzung und insbesondere eines Missbrauchs dieser Diagnose. Es gibt auch Patienten, die unberechtigter Weise finanziellen und sozialrechtlichen Benefit aus einer so vorgetäuschten Erkrankung ziehen wollen. Darunter sollten jedoch nicht die wirklich Betroffenen leiden. Fehldiagnosestellungen können ebenso wie sozialrechtlicher Missbrauch nur durch frühzeitige fachkompetente Diagnostik verhindert werden.

Um hier ein wiederholt nachgefragtes Angebot einer BG-Klinik speziell für die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung anbieten zu können, wird an den BG-Kliniken Bergmannsheil Bochum im Rahmen eines Interdisziplinären Kompetenzzentrums eine spezielle bg-liche Sprechstunde zur Versorgung von Versicherten mit "Psychischen Störungen nach Arbeitsunfall" vorgehalten. Aufgaben dieses Kompetenzzentrums sind:

  • die diagnostische Sicherung psychischer Unfallfolgen und die Abgrenzung unfallunabhängiger Störungen, sowie die Erfassung psychischer Faktoren i.R. problematischer/langdauernder Heilverfahren
  • die Beurteilung des Unfallzusammenhangs bzw. einer bg-lichen Leistungspflicht
  • Indikationsstellung, Iniziierung und ggf. Vermittlung einer in der Regel externen Psychotherapie, Vorschläge zur Steuerung des Heilverfahrens
  • ggf. Gutachtenerstattung

Indikationen für eine Vorstellung in der BG-Sondersprechstunde

  • akute psychische Beschwerdesymptomatik zeitnah zum Unfallereignis
  • inkonsistente externe psychiatrische Befunde im Heilverlauf
  • mehrfacher bzw. frühzeitiger Abbruch von Belastungserprobungen/Arbeitsversuchen
  • ungewöhnlch lange unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit
  • lang anhaltende Beschwerdeschliderung ohne organisches Korrelat
  • mehrfacher Abbruch von (somatischen bzw. psychotherapeutischen) Behandlungsmassnahmen
  • Aussagen von Angehörigen, die auf Wesensveränderungen und sozialen Rückzug des Versicherten schließen lassen
  • Abgrenzung möglicher psychoreaktiver Störungen von hirnorganisch bedingten Beeinträchtigungen nach SHT

Anmeldungen/Terminvergabe:

Prof. Dr. M. Tegenthoff
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel. 0234-3026808
Fax: 0234-3026888
E-Mail: martin.tegenthoff@bergmannsheil.de