Weichteilsarkome sind in ihrem Randbereich besonders gefährlich, weil sich dort ihre Wachstumszone befindet. Deswegen sollte bei der Entfernung von Sarkomen mit mittelgradiger bis höhergradiger Entartung (G2 - G3) eine den gesamten Tumor umgebende Manschette mit gesundem Gewebe (so genannter Sicherheitsabstand) entfernt werden. Gerade bei großen und in der Tiefe liegenden Sarkomen kann dies aber nur eingeschränkt oder nicht möglich sein. Dies bedeutet ein sehr hohes Risiko zum Rückfall (Rezidiv). In diesen Situationen muss die Strahlentherapie unbedingter Bestandteil der Behandlung sein.
Die Strahlentherapie wird üblicherweise täglich über einen Zeitraum von 3 - 6 Wochen durchgeführt. Bei der Strahlentherapie werden Röntgenstrahlen eingesetzt, um Tumorzellen zu zerstören. Damit kann besonders im Randbereich der Sarkome die Vernichtung von Tumorzellen erfolgen.
Die Strahlentherapie kann entweder vor der Operation (präoperative Strahlentherapie) oder danach (postoperative Strahlentherapie) eingesetzt werden. Sie umfasst immer die gesamte Ausdehnung des Tumors. Erfolgt die Strahlentherapie vor der Operation wird nur die Ausdehnung des Tumors und das unmittelbar umgebende Gewebe bestrahlt. Wird dagegen zuerst operiert, muss dann das gesamte Operationsgebiet, also eine ungleich größere Körperregion, bestrahlt werden. Aus diesen Gründen wird bei Sarkomen mit eingeschränkten Möglichkeiten zur chirurgischen "onkologisch radikalen" Entfernung mit Sicherheitsabstand die präoperative Strahlentherapie empfohlen. Bei "sicher im Gesunden" erfolgter Entfernung eines Sarkoms mit lediglich knappen Sicherheitsabständen ist die postoperative Strahlentherapie eine sehr gut geeignete Möglichkeit, um die Rückfallquote sehr deutlich zu senken