Bergmannsheil Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum
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Abteilung für Neurotraumatologie und Rückenmarkverletzte

Wissenswertes und Definition der Querschnittlähmung:


Bei einer Querschnittlähmung handelt es sich um die vollständige oder teilweise Unterbrechung von Leitungsfunktionen des Rückenmarks im Hinblick auf Willkürmotorik, Sensibilität und Kontrolle von Blase, Mastdarm und Sexualität. Es kommt zu einer Unterbrechung oder Beeinträchtigung afferenter und efferenter langer Bahnen und der grauen Substanz von meist lokal begrenzter Ausdehnung. Bei Vorliegen der oben genannten Symptome liegt eine Querschnittlähmung vor, nicht nur ein Verdacht. Offen bleibt allerdings die Frage, ob es sich um eine kurzzeitig vorrübergehende (Commotio spinalis) oder länger andauernde Symptomatik handelt. Bei posttraumatischen, tumor- und infektbedingten Rückenmarksläsionen werden in der Regel operative Dekompressionsmaßnahmen in Verbindung mit Stabilisierungsoperationen erforderlich, die bei uns in alle Wirbelsäulenabschnitten von C 0/C 1 bis zum Kreuzbein durchgeführt werden, ebenso notwendige sekundäre Korrekturoperationen.

Bei polytraumatisierten Patienten erfolgt die überwiegend operative Behandlung der Zusatzverletzungen und notwendigen intensivmedizinischen Komplexbehandlung auf der postoperativen Intensiv-Station. Rehabilitative Maßnahmen zur Wiedereingliederung von Patienten mit Rückenmarkläsionen müssen wirkungsvoll bereits unmittelbar nach Eintritt der Läsion eingesetzt werden, um in möglichst kurzer Zeit ein möglichst umfassendes positives Ergebnis zu erzielen. Die zwingend notwendigen medizinischen Maßnahmen zur Behandlung der spinalen Spastik, der gleichzeitig vorhandenen Nebenverletzungen oder Zusatzerkrankungen sowie der Lähmung von Blase und Mastdarm werden sinnvoll durch die krankengymnastischen und ergotherapeutischen Behandlungsmaßnahmen einschließlich entsprechender Hilfsmittelversorgung mit dem Ziel gesichert, weitere Rehabilitationsmaßnahmen zu vermeiden und dem Betroffenen die Möglichkeit zu geben, in sein früheres Umfeld zurückzukehren.

Zur neuro-urologischen Diagnostik steht ein urodynamischer Meßplatz zur Verfügung sowie die ständige Kooperation mit der Urologischen Universitätsklinik in Herne, auch im Hinblick auf neuro-urologisch indizierte Operationen.