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Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie und Wundheilung
Koordination: Professor
Dr. L. Steinsträßer

Gentherapie der Haut

Der zeitlich begrenzte (transiente) Gentransfer bietet zukünftig vielfältige therapeutische Möglichkeiten. Das Methodenspektrum ist schon heute entsprechend breit.

Die grundlegende Idee der Gentherapie ist die Korrektur genetischer Defekte, also Krankheiten zu heilen, die durch ein defektes Gen ausgelöst werden. Dazu ist es nötig, ein gesundes Gen einzuschleusen um das defekte Gen zu ersetzen, oder aber auch dessen Korrektur, Aktivierung oder Hemmung. Man unterscheidet die Verfahren hinsichtlich der Anwendungsbereiche in ex vivo- und in vivo-Verfahren. Erfolgt die Einschleusung der Gene direkt in den Körper, handelt es sich um ein in vivo-Verfahren. Für die ex vivo-Behandlung werden Körperzellen vorübergehend aus dem Organismus entfernt und mit dem zusätzlichen Gen ausgerüstet retransplantiert. Dazu eignen sich vor allem leicht zugängliche Zellen, wie Bindegewebe, Blut, Knochenmark und besonders Haut.

Die Haut ist aufgrund ihrer leichten Zugänglichkeit und durch ihre ausgeprägten Immunfunktionen ein besonders attraktives Organ für gentherapeutische Eingriffe. In unserem Labor wird das erforderliche Gen mittels chemischer (Calcium-Phosphat, DEAE-Dextran), physikalischer (Elektroporation, Genkanone, nackte DNA) oder biologischer Methoden (Liposomen, Adenoviren, Adeno-assozierte Adenoviren) in die verschiedenen Zelltypen der Haut, wie Keratinozyten und Fibroblasten, eingebracht, um die Wundheilung zu fördern und bakterielle Infektionen zu behandeln. Der Vorteil dieser experimentellen Methoden liegt darin, daß keine synthetischen Stoffe verabreicht werden müssen, sondern diese vom Organismus selbst erzeugt werden. Das Problem beim Einschleusen ist es, die Gene in ausreichender Menge in die Zellen zu bekommen und sie an die richtige Stelle zu transportieren. 

Unsere Arbeitsgruppe untersucht diese innovative Therapieform, um die Behandlung von Wundheilungstörungen und Wundinfektionen bei Schwerbrandverletzten und Patienten mit chronischen Wunden zu verbessern.