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Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie
Direktor: Prof. Dr. J. Strauch

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

Sie sind in unserer Klinik zu einer Herz-Operation angemeldet. Ihr Kardiologe hat an Ihrem Herz eine Erkrankung festgestellt, die durch eine Operation behandelt werden soll. Sie stellen nun sich sicherlich die Frage, was eigentlich auf Sie zukommt, wenn Sie sich einer solchen Operation unterziehen müssen.

Die nachfolgenden Informationen sollen Ihnen helfen, einige Ihrer Fragen zu beantworten, und Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie dazu beitragen können, Ihre Genesung nach der Operation zu beschleunigen.

Hier finden Sie Antworten:

Wie finde ich im Bergmannsheil zur Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie?

Wenn Sie das Bergmannsheil über den Haupteingang betreten, können Sie sich am Empfang einen Wegweiser geben lassen, im dem genau eingezeichnet ist, wohin Sie sich begeben sollen. Am Aufnahmetag haben wir auf der Station 4.2 ein Bett für Sie reserviert.
Bevor Sie sich jedoch dorthin begeben, gehen Sie bitte in einer der Patientenaufnahme-Kabinen, die sich ebenfalls im Eingangsbereich befinden. Hier werden Ihre Personalien aufgenommen. Vergessen Sie deshalb bitte nicht Ihre Krankenversicherungskarte und die stationäre Einweisung, die Sie sich zuvor von Ihrem Hausarzt geholt haben. Nach der formellen Aufnahme gehen Sie über den Hauptgang der Klinik zum Haus 4 in die zweite Etage zur Station 4.2. Die hausinternen Wegweiser zur Herzchirurgie führen Sie direkt zu uns. In der Regel werden Sie vor der Operation auf der linken, der sogenannten H-Seite der Station, aufgenommen.

Wie ist das Zimmer ausgestattet, in dem ich die nächste Zeit verbringen werde?

Die Zimmer auf Station 4.2 sind hell und modern ausgestattet. An jedem Bett befindet sich ein Telefonapparat. Sie können diesen nutzen, wenn Sie sich eine spezielle Chipkarte leihen. Die Chipkarte kostet 5 Euro Pfand und kann von Ihnen beliebig aufgefüllt werden. Den nicht genutzten Betrag sowie das Pfand erhalten Sie bei Rückgabe der Karte zurück. Die Karte erhalten Sie an einem Automaten im Eingangsbereich. Auf der Station 4.2 ist die Benutzung von Handys gestattet – nicht aber auf der Intensiv- und der Überwachungsstation.
Alle Zimmer auf Station 4.2 verfügen über einen Farbfernseher, den Sie vom Bett aus über eine Fernbedienung steuern können. Die Zimmer sind mit einem Waschbecken sowie einem WC ausgestattet. Zur Aufbewahrung von Wertsachen erhält jeder Patient ein abschließbares Fach. An den meisten Bettplätzen können bei Bedarf Monitore angeschlossen werden, die Ihren Blutdruck und Ihr EKG überwachen.

Was muß ich bezüglich meiner Medikamente beachten, die ich regelmäßig einnehme?

Bringen Sie bitte die Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen, mit in die Klinik. Auch am Aufnahmetag sollten Sie in gewohnter Weise Ihre Medikamente einnehmen. Ausgenommen davon sind jedoch alle Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, beispielsweise ASS (Aspirin), Plavix oder Marcumar. Wenn Sie derartige Medikamente einnehmen, halten Sie bitte frühzeitig mit uns Rücksprache, damit wir die Vorgehensweise gemeinsam erörten.

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Was erwartet mich am Tag vor der Operation?

In der Regel werden Sie einen Tag vor der Operation in unsere Klinik einbestellt. Am Aufnahmetag werden noch einige abschließende Untersuchungen (z.B. EKG, Röntgenbild des Brustkorbs, Blutabnahme) durchgeführt, die sicherstellen sollen, daß Sie optimal auf die Operation vorbereitet sind und keine Gründe gegen die Operation zum jetzigen Zeitpunkt sprechen. Ein Arzt wird Sie nochmals gründlich untersuchen und ein Aufklärungsgespräch mit Ihnen führen. Hierin informiert er Sie ausführlich über die geplante Operation und deren Risiken. Im Verlauf des Tages wird Sie ein Anästhesie-Arzt aufsuchen und mit Ihnen über die geplante Narkose sprechen.

Ein wichtiger Termin ist für Sie an diesem Tag auch die Teilnahme am Atemtraining. Unter Anleitung einer Krankengymnastin wird Ihnen die Verwendung des Atemtrainers "Coach" beigebracht, den jeder Patient erhält. Atemübungen mit diesem einfachen Gerät tragen nach der Operation zu Ihrer Genesung bei. Mit Hilfe dieser von Ihrem Arzt verordneten Atemübungen nehmen Sie nach der Operation Ihr normales Atemmuster viel schneller wieder auf und reduzieren so die Gefahr von Atemwegskomplikationen, wie z.B. die Entstehung von Lungenentzündungen. Es ist daher wichtig, daß Sie bereits vor der Operation den Umgang mit dem Atemtrainer-Gerät erlernen. Außerdem werden Sie lernen, wie Sie sich nach der Operation im bzw. aus dem Bett so bewegen können, dass die Wunde am Brustkorb möglichst gut geschont wird.

Im Laufe des Nachmittags oder frühen Abends werden Sie schließlich noch auf der Brust (soweit erforderlich) und in den Leisten sowie evtl. an der Innenseite der Beine und an den Unterarmen rasiert, damit am nächsten Tag keine Haare das Operationsfeld stören. Anschließen sollen Sie bitte, falls möglich, duschen.

Am Abend erhalten Sie eine Tablette, damit Sie eine ruhige Nacht verbringen können und gut schlafen. Ab wann Sie nicht mehr essen und trinken dürfen, wird Ihnen der Narkosearzt individuell mitteilen.

Was erwartet mich am OP-Tag?

In einem täglich erstellten OP-Plan wird festgelegt, wann Sie am nächsten Tag operiert werden. Abweichungen von dieser Planung sind leider immer möglich, z.B. wegen Notfall-Operationen.

Wenn Ihre Operation an erster Stelle geplant ist, werden Sie üblicherweise kurz nach 7:00 Uhr von der Station in den Operationstrakt gebracht. Ist Ihre Operation an zweiter Stelle geplant, werden Sie im Laufe des späten Vormittag in den Operationstrakt gebracht.

Sie werden am Morgen der Operation vom Pflegepersonal geweckt und werden genug Zeit haben, sich noch einmal frisch zu machen. Frühstück erhalten Sie an diesem Tag nicht. Zahnprothesen, Brillen und Ringe müssen abgelegt werden; das Pflegepersonal hilft Ihnen, diese sicher aufzubewahren.

Bevor Sie von den Pflegekräften in Ihrem Bett in den Operationstrakt gefahren werden, erhalten Sie nochmals eine Tablette, die Sie beruhigen wird. In der sogenannten Op-Schleuse werden Sie dann zunächst vom Bett auf den Operationstisch umgelagert. Dann kümmern sich die Narkoseärzte und -pfleger um Sie. Deren Aufgabe es ist, dafür zu sorgen, daß Sie die Operation völlig schmerzfrei und schlafend überstehen und Ihr Kreislauf bestmöglich überwacht ist. Gleichzeitig bereiten sich der Operateur, die Assistenzärzte, OP-Schwestern und Kardiotechniker vor, um den erforderlichen Eingriff an Ihrem kranken Herzen durchführen zu können. Hiervon bekommen Sie nichts mit. Je nach Art der Operation dauert der komplette Aufenthalt im OP-Bereich ca. 3-5 Stunden. Unmittelbar nach der Operation wird ein Mitglied des Op-Teams einen Ihrer Angehörigen telephonisch verständigen und kurz von der Operation berichten.

Was erwartet mich auf der Intensivstation?

Einige Stunden nach der Operation werden Sie auf der Intensivstation 4.1 wieder wach. Sie können zunächst noch nicht sprechen, da Ihnen über einen Schlauch (Tubus) in Ihrem Hals ein Beatmungsgerät beim Atmen hilft. Dieser Schlauch wird wieder entfernt, sobald Sie ausreichend wach geworden sind und eigenständig atmen.

Wir überwachen in dieser Phase nach der Operation eine Vielzahl Ihrer Körperfunktionen mit Kathetern, Drainagen und Monitoren, die alle um ihr Bett herum aufgebaut sind. Auf der Intensivstation kümmern sich rund um die Uhr Ärzte und Fachpflegekräfte um Sie. Mehrmals täglich finden Visiten am Bett statt, die größte gegen 7:45 Uhr am Morgen.

In der Regel sind Sie am Morgen nach der Operation wieder so fit, daß Sie sich mit Hilfe waschen und ein Frühstück einnehmen können. Wir streben an, Sie im Laufe des Vormittags von der Intensivstation auf die Überwachungsstation 3.1 zu verlegen. Je nach Operation und je nach Begleiterkrankungen kann aber auch ein mehrtägiger Intensivaufenthalt notwendig sein.

Auf der Überwachungsstation 3.1 werden die Anzahl der Überwachungsgeräte, Drainagen und der intravenös verabreichten Medikamente nach und nach verringert und Ihre Mobilisation vorangetrieben. Im Normalfall werden Sie auch auf dieser Station nur eine Nacht bleiben und dann auf die Normalstation 4.2 zurückverlegt. Wie schon hinsichtlich der Intensivstation kann aber auch auf der Überwachungsstation ein längerer Aufenthalt notwendig sein.

Bereits auf der Intensivstation können Sie aktiv an Ihrer Gesundung mitarbeiten. Hierzu sind insbesondere die bereits erwähnten Atemübungen gedacht, die Sie mehrfach täglich durchführen sollen. Außerdem zählt die Einhaltung der vor der Operation erlernten Bewegungsmuster dazu, die dazu dienen sollen, die Wunde am Brustkorb zu schonen. Keine Sorge: wir werden Sie immer wieder daran erinnern!

Wo können sich meine Angehörigen nach mir erkundigen?

Auskunft über Sie sollte nur einer Bezugsperson erteilt werden. Bitte sprechen Sie sich mit Ihren Angehörigen vor der Operation diesbezüglich ab. Ihre Angehörigen können die Intensivstation unter 0234/3026040 und die Überwachungsstation unter 0234/3023237 telefonisch erreichen. Wir bitten aber ausdrücklich, von häufigen Anrufen abzusehen, damit wir unsere Zeit vollständig den Patienten widmen können. Wie bereits erwähnt, befindet sich an Ihrem Bettplatz auf der Normalstation 4.2 ein Telefon, über das Sie nach Ihrer Rückverlegung erreichbar sind. Wie auch bereits erwähnt, dürfen Sie auf Station 4.2 Ihr Handy benutzen. Angehörige können sich unter der Nummer 0234/3026047 mit dem Personal der Station 4.2K in Verbindung setzen.

Wann können mich meine Angehörigen besuchen?

Am Tag der Operation können Ihre Angehörigen Sie auf der Intensivstation in der Regel nicht besuchen. Wir halten dies für vertretbar, da Sie ohnehin noch tief schlafen werden.

Am ersten Tag nach der Operation können Ihre Angehörigen Sie dann ab mittags entweder auf der Intensivstation 4.1 (Haus 4, 1. Stock) oder auf der Überwachungsstation 3.1 (Haus 3, 1. Stock) besuchen. Die Besucher der Intensivstation erhalten vor dem Betreten der Station ein Merkblatt mit wichtigen Informationen und müssen sich einen Schutzkittel überziehen. Abhängig von den Tätigkeiten die gerade an Ihrem Bett oder dem Nachbarbett verrichtet werden, kann es sein, dass Ihre Angehörigen in einem Vorraum etwas warten müssen, bevor Sie zu Ihnen können.

Für die Station 4.2 gibt es keine festgelegten Besuchszeiten. Sie werden – anders als vor der Operation – nun auf der rechten Seite der Station liegen, der sogenannten K-Seite. Wir bitten Sie im Interesse der anderen Patienten um Rücksichtnahme hinsichtlich der Zeiten des Besuchs und der Anzahl der Besucher. Nach 20:00h sollten in der Regel keine Besuche mehr erfolgen.

Wenn Ihre Angehörigen Ihnen Getränke oder Speisen mitbringen wollen, muß dies bitte mit dem Pflegepersonal abgesprochen werden, da Sie nach der Operation eine Zeitlang nur in begrenzten Mengen Flüssigkeiten zu sich nehmen dürfen.

Wie geht es weiter, wenn ich die Herzchirurgie verlasse?

In der Regel werden Sie nach der Operation zwischen 5 und 10 Tagen bei uns in der Herzchirurgie bleiben und nach und nach immer mobiler und kräftiger werden. Wie es dann weitergeht, hängt von vielen Faktoren ab – von denen Ihr Gesundheitszustand der wichtigste ist. Wir werden uns bemühen, schon während des Aufenthalts bei uns eine Anschlußheilbehandlung [AHB] oder Rehabilitation [Reha] für Sie zu organisieren. In der Regel werden Sie vor Antritt der AHB/Reha aber einige Tage nach Hause können. Eventuell ist allerdings zuvor auch eine Behandlung in Ihrem Heimatkrankenhaus noch notwendig. Sie werden sicher verstehen, dass wir dies erst nach der Operation und in Abhängigkeit von Ihrer Genesung im Detail besprechen können.