Affolter:
Ganzheitliches Therapiekonzept bei Wahrnehmungsstörungen. Alltagsbezogenes, zielorientiertes Lernen mit vertrauten Materialien oder Gegenständen steht im Mittelpunkt.
Aktivitas-Pflegekonzept:
Das Aktivitas-Pflegekonzept ist ein Bewegungskonzept für Patienten und Pflegepersonal, das im Laufe seiner Entwicklung um die Behandlung der speziellen Probleme von Patienten mit Störungen des zentralen Nervensystems erweitert wurde. Es setzt sich aus Anteilen folgender Konzepte zusammen:
· Kinästhetik
· Bobath
· Wahrnehmungsschulung nach Affolter
· Basale Stimulation
Nur das Zusammenspiel aller für den entsprechenden Patienten richtigen Konzepte und deren Umsetzung gewährleistet eine optimale, pflegerische Betreuung.
Anarthrie:
siehe unter Dysarthrie
Aphasie:
Bedeutet ‘Nicht-Sprechen’ und bezeichnet heute Störungen des Sprachverständnisses und der Sprachäußerung durch Schädigung von Sprachzentren vorwiegend in der linken, sprachdominanten Hirnhälfte. Die Patienten sind in der Regel zu einer normalen Sprachkommunikation, aber auch einer Kommunikation über Gesten, Schreiben oder Zeichnen nicht oder nur sehr mühsam in der Lage.
Ayres:
Ursprünglich für die Behandlung von wahrnehmungsgstörten Kindern entwickeltes Behandlungskonzept. Schwerpunkt: Vermittlung von vielfältigen Sinneswahrnehmungen.
Basale Stimulation:
Konzept zur Förderung von Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation wahrnehmungseingeschränkter Menschen.
Dabei wird, angefangen von der Strukturierung des Tagesablaufs bis hin zu speziellen Pflege-Handlungen darauf geachtet, daß das jeweilige Geschehen für den Menschen in einem für ihn nachvollziehbaren Sinnzusammenhang gebracht wird.
Der Patient muß keinerlei "Vorarbeit" leisten, sondern wird von seinem Umfeld zunächst so angenommen, wie er ist. Berücksichtigt werden auch immer die Erfahrungen, die der Betroffene bereits mitbringt (welchen Beruf hat er ausgeübt, welche sind seine Hobbys, was mag er gar nicht oder wofür ist er zu begeistern...), sowie die Beziehungsebene zu seinen Angehörigen, Therapeuten oder Pflegenden.
Bobath-Konzept:
Das Bobath-Konzept ist nach der Physiotherapeutin Berta Bobath und dem Arzt Karel Bobath benannt. Seit 1942 wird es ständig erweitert und verbessert.
Das Bobath-Konzept beruht auf der Hemmung unphysiologischer Reaktionsaktivitäten und dem Wiedererlernen von normaler Bewegung durch Handhabung und Fazilitation des Körpers. Maßgeblich für den ganzheitlichen Ansatz des Konzepts sind alltägliche Funktionen.
Cranielle Computertomographie (CCT):
Röntgenuntersuchung, bei welcher das Gehirn in horizontalen Schnitten dargestellt wird.
Dopplersonographie:
Untersuchung des Blutflusses von Hals- und Hirngefäßen.
Dysarthrie:
Die Dysarthrie bezeichnet Störungen des Sprechens durch Schädigung von Hirnnerven, so dass sowohl die Koordination als auch die Beweglichkeit der Sprechmuskeln eingeschränkt ist und die Artikulation von Lauten verformt bis unverständlich verwaschen klingt. Im schwersten Fall besteht eine völlige Immobilität der Sprechmuskeln (Laute oder Wörter können nicht einmal mehr gehaucht werden). Wir sprechen dann von Anarthrie.
Dysphagie:
Störungen des Kau- und Schluckaktes, im schwersten Fall komplette Lähmung der am Schluckakt betroffenen Muskeln, nicht nur der Zunge, sondern insbesondere der für den Transport von Nahrung im hinteren Rachenbereich wichtigen Rachenmuskeln. Da in diesen Fällen die Gefahr von Lungenentzündungen durch Nahrungsfluß in die Lunge besteht, ist eine orale Nahrungsaufnahme erst nach längerer erfolgreicher Schlucktherapie möglich.
Dysphonie:
Störungen der Stimmbildung durch eine Funktionseinschränkung der Stimmbänder, die in vielen Fällen mit einer erschwerten Atmung einhergeht (z.B. Kurzatmigkeit) und sich an einer zu leisen (Hypophonie), flüsternden (Aphonie), heiseren oder rauhen bis überharten Stimme (Hyperphonie) zeigt.
Elektroenzephalogramm (EEG):
Verfahren zur Ableitung der Hirnstromkurve. Die Ableitung erfolgt über Elektroden, die am Kopf des Patienten angebracht werden. Das EEG ermöglicht Aussagen über den Funktionszustand des Großhirns.
Elektrokardiogramm (EKG):
Verfahren zur Ableitung der Herzstromkurve. Das EKG dient zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit des Herzens.
Elektrophysiologie:
Untersuchungsmethoden, bei denen die Leitfähigkeit verschiedener Nervenbahnen überprüft wird. Mit Hilfe elektrischer Impulse, die am Fuß oder an der Hand verabreicht werden, kann die Leitung der entsprechenden Nervenbahnen bis zum Gehirn überprüft werden (somatosensorisch evozierte Potentiale). Andererseits kann mit dieser Methode auch die Sehbahn oder die Hörbahn überprüft werden.
Elektrotherapie:
Anwendung von elektrischen Strömen zur Durchblutungsförderung, Schmerzlinderung, und Stimulation.
Ersatzkommunikation:
Computergestützte Hilfen zur Kommunikation bei vorübergehend völligem oder prognostisch dauerhaftem Versagen der Sprechwerkzeuge. Bei anarthrischen und in der Handmotorik eingeschränkten Patienten bietet sich z.B. die Kommunikation über mit Symbolen versehene Patientenpults an. Die Symbole stehen für vorab von einer ‘Leihstimme’ gespeicherte Sprachinhalte (z. B. das Bildsymbol Brot für ‘Ich habe Hunger’), die den täglichen Bedürfnissen der Patienten gerecht werden. Steuerbar ist das Patientenpult über Blasrohr, Kippschalter etc. Für dysarthrische oder anarthrische Patienten mit intakter Motorik sind sog. ‘sprechende Schreibmaschinen’ geeignet, die online eingetippte Buchstaben-folgen als Wörter und Sätze erkennen, korrekt ‘aussprechen’ und satzmelodisch intonieren (z. B. zur Unterscheidung von Frage- und Aussagesatz).
Evozierte Potentiale:
Messung der Funktionsfähigkeit verschiedener Nerven-Leitungsbahnen. Die sogenannten Ereigniskorrelierten Potentiale dienen zur Beurteilung der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns.
Fazio-Orale-Therapie:
Methode zum Training der am Artikulationsvorgang beteiligten Mund- und Gesichtsmuskulatur.
Frührehabilitation:
Dient einer ersten physischen und geistig-intellektuellen Restabilisation der SSH-Patienten. Es handelt sich um den Zeitraum, der zwischen der Beendigung der frühmedzinisch-lebenserhaltenden Maßnahmen auf der chirurgischen bzw. neurochirurgischen Intensivstation und der schon berufsorientierten Rehabilitation liegt.
Funktionelle Behandlung:
Gezieltes Training von Bewegungen und Bewegungsabläufen, zum Teil unter Einsatz von handwerklichen Techniken, in der Ergotherapie: Praktische Übung im Rahmen der aktiven Bewegungsfähigkeit.
Funktionelle Kernspintomographie:
Kernspintomographisches* Verfahren zur Messung des zerebralen Blutflusses. Erlaubt die topographische Bestimmung von funktionellen Aktivierungszonen im Gehirn. Fragestellung z.B.: Welche Zonen des Gehirns sind für die Bearbeitung genau definierter Aufgabenstellungen zuständig?
Herzultraschall:
Ultraschallmethode, bei welcher die Pumpkraft des Herzens und die Funktion der Herzklappen überprüft werden kann.
Informationsverarbeitungstempo:
Schnelligkeit in der Wahrnehmung und geistig-intellektuellen Verarbeitung von Informationen. Teilbereich der menschlichen Intelligenz. Dient bei erheblicher Verlangsamung als Hinweis auf Hirnleistungsstörungen.
Internist:
Arzt mit Spezialisierung für Erkrankungen der inneren Organe, z.B. der Bauchorgane wie Magen, Darm oder Leber (Gastroenterologe), der Lunge (Pulmonologe), des Herzkreislaufsystems (Kardiologe) oder der Drüsen, z.B. Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse (Endokrinologe).
Kernspintomographie (MRT oder NMR):
Darstellung des Gehirns oder anderer Körperteile in verschiedenen Schichten mit Hilfe einer komplizierten physikalischen Methode, welche sich die magnetischen Eigenschaften unterschiedlicher Körpergewebe zu Nutze macht. Das MRT ist in der Darstellung der einzelnen Hirnschichten wesentlich aussagekräftiger als das CCT und erlaubt selbst das Erkennen kleinster Hirnsubstanzschädigungen.
Kinästhetik:
Bewegungsabläufe werden so gestaltet, dass sie für den Patienten zu einer größtmöglichen Selbständigkeit führen.
Klientenzentrierte Gesprächsführung nach C. Rogers:
Grundannahme der Klientenzentrierten Gesprächsführung ist, daß jeder menschliche Organismus eine Tendenz zur Entfaltung der eigenen Kräfte besitzt (Aktualisierungstendenz). Diese Tendenz kann durch Hindernisse und Schmerz blockiert sein. Mit Hilfe der drei Therapeutenvariablen "Einfühlendes Verstehen", "Echtheit" und "Wertschätzung" wird eine zwischenmenschliche vertrauensvolle Beziehung aufgebaut, die es dem Klienten ermöglicht, sein Selbst und die eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen. Im Vordergrund stehen die Beziehung zwischen Klient und Therapeut sowie der therapeutische Prozeß.
Kognitiv:
betrifft das intellektuelle Erkennen und Verarbeiten von Informationen als Teil intelligenten Handelns (im Zusammenhang von Denken, Konzentration, Gedächtnis, Aufmerksamkeit etc.)
Konventionelle Therapie und Diagnostik:
Papier- und Bleistifttests bzw. entsprechendes Therapiematerial, ohne maschinelle Hilfe.
Kortikale Blindheit:
Blindheit infolge eines beidseitigen Infarktes der arteria cerebri posterior. Der Infarkt verursacht einen umfangreichen Zelluntergang in beiden Sehzentren des Gehirns, so dass das, was die intakten Augen sehen und über den Sehnerv zum Gehirn leiten, dort nicht mehr zu einem Seheindruck verarbeitet werden kann. Neben einer kompletten kortikalen Blindheit kommt es oft zu einer inkompletten Blindheit, bei der die Patienten noch über eine Restsehfähigkeit im Sinne einer Bewegungswahrnehmung oder einer Hell-/ Dunkelunterscheidung verfügen.
Kortikale Sehstörungen:
Alle Sehstörungen, die nicht durch eine Schädigung der Augen (Retina) oder des Sehnervs verursacht werden, sondern durch eine Zellschädigung in einem oder beiden Sehzentren des Gehirns. Die Häufigste unter den kortikalen Sehstörungen ist die sogenannte Hemi- oder Quadrantenanopsie, bei der nur Teile des Gesichtsfeldes ausfallen. Dennoch kann der partielle Ausfall des Gesichtsfeldes zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Patienten führen (Lesestörungen, Orientierungsstörungen, Bewegungsunsicherheiten etc.)
Lymphdrainage:
Form der Massage, bei der mit einer speziellen Grifftechnik krankhaft gestaute Lymphgefäße ausgestrichen werden.
Manuelle Therapie:
Eine krankengymnastische Diagnostik und Technik zur Behandlung von Bewegungseinschränkungen.
Monitorüberwachung:
An einem Bildschirm lassen sich die Herzaktionen (EKG), die Sättigung des Blutes mit Sauerstoff (Pulsoximetrie) und andere Werte überwachen. Bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Grenzwerte löst der Monitor ein Alarmsignal aus.
Musiktherapie:
Therapie mithilfe von harmonischen oder auch disharmonischen Klängen oder Klangfolgen, dargeboten durch verschiedene Instrumente. Hinzu kommen Rhythmusinstrumente wie Trommeln, Klangstäbe etc. Zum autogenen Training wird spezifische, nur für therapeutische Zwecke komponierte Musik gewählt. Der langsame, gleichmäßige und durchdringende Rhythmus der Musik zielt auf eine Verlangsamung der Herzfrequenz, die entspannungsfördernd wirkt.
Neurolinguistik:
Sprachwissenschaft, die sich mit pathologischer Sprache beschäftigt und deren Aufgabe die Erforschung und Beantwortung z. B. folgender Fragen ist: wie funktioniert Sprache im Gehirn? Welche Bereiche im Gehirn sind für Sprache wichtig? Was passiert, wenn Sprache gestört ist (z. B. durch ein Schädel-Hirn-Trauma oder einen Schlaganfall)? Wie läßt sich gestörte Sprache wirkungsvoll therapieren? Während sich die Neurolinguistik mehr mit Forschungsfragen beschäftigt, konzentriert sich die Klinische Linguistik auf die Diagnose und Therapie von Sprachstörungen.
Neuropsychologie:
Zweig der Kognitiven Psychologie (beschäftigt sich mit dem Wesen der menschlichen Intelligenz und des menschlichen Denkens), dessen Forschungsgegenstand intakte oder gestörte höhere informationsverarbeitende und insofern intelligente Hirn-leistungen sind. Die Neuropsychologie beschäftigt sich vorwiegend mit biologisch-naturwissenschaftlichen Fragestellungen (Biopsycho-logie) und dient nicht zur Erforschung und/ oder Heilung der menschlichen Psyche.
PNF:
Die propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation ist ein physiotherapeutisches Konzept. Dabei sollen latente motorische Fähigkeiten des Patienten durch geeignete Fazilitation stimuliert und aktiviert werden. Es werden vor allem komplexe diagonale Bewegungsmuster verwendet.
Schädel-Hirn-Trauma (SHT):
Unfallbedingte, durch äußere Gewalt verursachte Verletzungen des Schädelknochens sowie des Gehirns in Form einer Commotio Cerebri (Gehirnerschütterung) oder Contusio Cerebri (Hirnblutung).
Taktile Stimulation:
Sie setzt stimulierende, die Wahrnehmung und das Bewußtsein fördernde Reize durch körperliche Berührung, Massage und Berühren von Gegenständen unterschiedlichster Oberflächenbeschaffenheit.
Verbale Stimulation:
Sie setzt stimulierende, die Wahrnehmung und das Bewußtsein fördernde Reize durch Kontaktaufnahme in kurzen, z.T. auch rhythmisch und wiederholt dargeboten Sätzen und insbesondere Fragen. Die Fragen beziehen sich dabei auf ganz persönliche Erfahrungen des Patienten.