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Abteilung für Neurologische Traumatologie und Neurorehabilitation
Leitender Arzt: Prof. Dr. M. Tegenthoff

Neurolinguistik / Logopädie

im Sonderbereich für Schwer-Schädel-Hirnverletzte

Die Aufgaben der Logopädie in der Frührehabilitation Schädel-Hirn-Verletzter umfassen in erster Linie die Diagnostik und Therapie von Sprechstörungen (Dysarthrien od. Anarthrien), Schluck- und Kaustörungen (Dysphagien), Sprachstörungen (Aphasien) und Stimmstörungen (Dysphonien). Bei der Behandlung kommen verschiedenste Therapieansätze zum Einsatz, hierunter vor allem die Fazio-Orale-Therapie (F.O.T.T.) sowie Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF). Das Therapiekonzept wird hierbei an die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen angepasst. Schwerpunkte finden sich bei Dysphagie und Dysarthrie in der Normalisierung von Tonus (Muskeleigenspannung) und Sensibilität (Empfindung, Wahrnehmung) im Mund- und Gesichtsbereich, ebenso in der Fazilitierung (Anbahnung) der oralen Reflexe (z. B. Schluckreflex) und der Inhibierung (Hemmung) unerwünschter pathologischer Reflexe (z. B. Beißreflex).

Vorschaubild zum Film der Fluoroskopie des Schluckaktes

Digitale Videofluoroskopie eines pathologischen Schluckaktes in der oralen Phase nach schwerem Schädel-Hirn-Trauma.

Komatöse Patienten werden durch passive Bewegungsübungen, orale und intraorale Stimulation® behandelt, wobei auch hier Anteile des Konzeptes Basale Stimulation® zum Tragen kommen. Die Förderung der kommunikativen Fähigkeiten und Möglichkeiten des Patienten ist ein weiteres wichtiges Ziel in der Frührehabilitation. Hierzu gehören, je nach Störungsmuster, Stimulation und Bewegungsübungen der Artikulationsmuskulatur bei Sprechstörungen und/oder die Verbesserung von Sprachverständnis und der Sprachproduktion bei Aphasien, sowie die Erarbeitung einer physiologischen Atmung + Haltung und das Training der Phonation (Stimmgebung) bei Stimmstörungen. 
  
Bei länger andauernder Sprechunfähigkeit besteht die Möglichkeit, dauerhaft oder zeitlich begrenzt auf den Einsatz von Ersatzkommunikationsmitteln zuzugreifen. Hier arbeitet die Logopädie eng mit der Ergotherapie zusammen. In engem Kontakt steht die Logopädie aber auch zum Pflegepersonal (z. B. bei Schluckstörungen, Verständigunsmöglichkeiten mit dem Patienten), zur Physiotherapie (Atmung, Stimulation, Lagerung, Haltung), zur Neuropsychologie (sprachbezogenes Training kognitiver Fähigkeiten) und vor allem zu den Angehörigen (Beratung, Einbindung in die Therapie, Anleitung beim Training besonderer Kommunikationsmöglichkeiten, sowie bei Schluck- und Esstherapie).

Die Erklärung vieler Fachbegriffe finden Sie auf der Seite Glossar.