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Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Palliativ- und Schmerzmedizin
Direktor
Prof. Dr. P. Zahn

Intensivmedizin

Die grosse Herausforderung ist es, multimorbide Patienten nach umfangreichen und komplexen herz-thorax-chirurgischen Eingriffen (Klappen-, Koronar-, Thoraxchirurgie etc.) intensivmedizinisch auf hohem Niveau zu betreuen.

Auf der Herz-Thorax-Chirurgischen Intensivstation des Berufsgenossenschaftlichen Universitäts-klinikums Bergmannsheil, die seit 2008 von uns geleitet wird, werden jährlich ca. 900 Patienten behandelt. Mit insgesamt 10 Betten ist sie direkt dem kardio-chirugischen Operationstrakt ange-schlossen, so dass eine reibungs- und nahtlose Fortführung der im OP begonnenen Überwachung und Therapie gewährleistet ist. Neben der postoperativen Betreuung von kardio-chirurgischen Patienten werden auch präoperativ kritische und instabile Patienten aufgenommen, um eine optimale Vorbereitung für das geplante operative Vorgehen zu ermöglichen.

Hierzu ist jeder Bettplatz mit einer multi-funktionellen Beatmungseinheit, modernster Monitorsysteme und einer ausreichenden Menge an Infusions- und Spritzenpumpen ausgestattet. Ein erweitertes hämodynamisches Monitoring (PAK, PiCCO, Echokardiografie) wird bei entsprechender Indikation routinemässig eingesetzt. Zwei Blutgas-Analyse-Geräte ergänzen das laborchemische Monitoring der Respiratortherapie und des Säure-Basen-Haushaltes.

Unser Team besteht aus einem ständig anwesenden Oberarzt im Tagdienst und vier bis fünf Assistenten/innen in Weiterbildung. Nach einer vier- bis sechs-wöchigen Einarbeitung rotieren die Kollegen/innen im Dreischicht-System mit entsprechendem Freizeitausgleich. In der Regel dauert der Einsatz auf unserer Intensivstation 12 Monate, so dass die sowohl für die Facharztanerkennung, als auch für die Zusatzbezeichnung „Spezielle Intensivmedizin“ notwendige Zeit, problemlos zu erreichen ist. Insgesamt 25 Pflegekräfte, die zum größten Teil die Fachweiterbildung zur Anästhesie- und Intensiv-pflege besitzen, kümmern sich neben dem ärztlichen Personal um die Patienten. Das therapeutische Team wird durch 2 - 3 Physiotherapeuten ergänzt, die nach einer Visite mit dem zuständigen Oberarzt individuelle Behandlungskonzepte für jeden einzelnen Patienten erarbeiten.

Darüberhinaus stehen wir natürlich in engem Kontakt mit unseren herz-chirurgischen Kollegen, mit denen wir täglich das therapeutische Konzept besprechen und abstimmen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und Kliniken spiegelt sich in den täglichen radiologischen Visiten, der 1x wöchentlich stattfindenden mikrobiologischen Visite und zahlreichen anderen regelmässigen Kontakten (Kardiologie, Labormedizin, Neurologie, Allgemein-/Gefäßchirurgie, Hygiene, Apotheke etc.) wieder.

Zum Ausbildungskonzept und Tätigkeitsprofil unserer Intensivstation gehören das tägliche Erstellen von Therapieplänen und deren Umsetzung in engem Kontakt mit dem Pflegepersonal. Die komplexen kardialen Grunderkrankungen in Kombination mit grosser Chirurgie und anästhesiologischem Management ergeben ein umfangreiches intensivmedizinisches Spektrum. Neben allgemeinen intensiv-medizinischen Prozeduren (Intubation, Anlage von arteriellen und zentral-venösen Kathetern, Respiratortherapie, Analgo-Sedierung, enterale und parenterale Ernährung, medikamentöse Kreislauf- und Rhythmustherapie, Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, Bronchoskopie, Pleurapunktion, Thoraxdrainage, Defibrillation und Elektrostimulation des Herzens, Transport von Intensivpatienten) sind es doch vor allem die speziellen Tätigkeiten, die das Arbeiten auf einer kardio-anästhesiologischen Intensivstation interessant gestalten: Punktionstracheotomie,  Nierenersatzthera-pie (diskontinuierliche Hämodialyse, kontinuierliche Citrat-Dialyse und CVVHDF), IABP, arterio-venöse und veno-venöse ECMO und nicht zuletzt die bedside-Echokardiografie, die einen immer größeren Stellenwert in der Beurteilung der kardialen Funktionsdiagnostik einnimmt und aufgrund ihrer geringen Invasivität andere Verfahren zunehmend verdrängt.