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Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie
Direktor: Prof. Dr. J. Strauch

Koronarchirurgie

Koronare Revaskularisation
Koronare Revaskularisation

Kalkablagerungen können zu hochgradigen Einengungen (Stenosen) innerhalb der Herzkranzgefäße führen. Diese äußern sich klinisch in Form von Belastungs- bzw. Ruhebrustschmerz (Angina pectoris) und können unbehandelt zu einem Herzinfarkt mit möglich letalem Ausgang führen.
Die konventionelle Bypass-Operation mit Anschluss der Herz-Lungen-Maschine (HLM) stellt die Therapie der Wahl dar. Dabei wird die koronararterielle Stenose mittels körpereigner Arterien oder Venen überbrückt

Innovationen in der Bypasschirurgie

Als Alternative zur klassischen Bypass-OP mit HLM werden am Berufsgenossenschaftlichen Klinikum Bergmannsheil isolierte koronaren Revaskularisationen in mehr als der Hälfte aller Fälle ohne Herz-Lungen-Maschine in OPCAB- (Off Pump Coronary Artery Bypass) bzw. MIDCAB-Technik (Minimal Invasive Direct Coronary Artery Bypass) durchgeführt.

Filmausschnitt einer OPCAB-Operation:

Mittels spezieller Stabilisationssysteme ist eine komplette Exposition sämtlicher anschlussfähiger Koronargefäße möglich. Eine genau abgestimmte Zusammenarbeit mit dem Anästhesisten ermöglicht somit selbst bei kritisch kranken Patienten eine adäquate, herzschonende koronare Revaskularisation.
Vorteile der OPCAB- bzw. MIDCAB-Chirurgie im Vergleich zur Bypasschirurgie mit HLM-Anschluss:

  • Überlegenes 30-Tage Überleben
  • Geringerer Transfusionbedarf
  • Geringerer postoperativer Katecholaminbedarf
  • Kürzere Beatmungszeiten auf Intensivstation
  • Vermindertes Auftreten von renalen und neurologischen Komplikationen
  • Schnellere Rekonvaleszenz
  • Kürzere Verweildauer auf Intensiv- und Normalstation

Nicht nur die Vermeidung der Herz-Lungen-Maschine, sondern auch die ausschließliche oder dominante Anwendung arterieller Bypässe (totalarterielle Koronarrevaskularisation) gehören zum primären Operationsprinzip. Hierfür stehen folgende Revaskularisationsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Ein- bzw. beidseitige Verwendung der Brustwandarterie (Arteria thoracica interna)
  • Verwendung der Unterarmarterie (Arteria radialis)

Durch die konsequente Anwendung dieser Methoden lassen sich sowohl die Komplikationen erheblich senken als auch die Notwendigkeit von Reoperationen deutlich hinausschieben oder ganz vermeiden. In den meisten Fällen reichen dafür die beiden Brustwandarterien aus. Je nach individueller Notwendigkeit wird darüber hinaus benötigtes Bypassmaterial (Arteria radialis und Vena saphena magna) minimal-invasiv und endoskopisch über zwei kleine Hautschnitte entnommen werden.
Aufgrund der besseren Wundheilung, des geringeren Blutverlusts und des kosmetischen Ergebnisses erfolgt die Entnahme sämtlicher venöser Grafts aus dem Unter- bzw. Oberschenkel in minimalinvasiver Brückentechnik bzw. Endoskopisch.

Abb.: "Offen chirurgische" Saphenektomie vs. minimalinvasive Techniken der Venenentnahme:

„Offene“ Saphenektomie:  Langstreckige Inzision am Unter- bzw. Oberschenkel
„Offene“ Saphenektomie: Langstreckige Inzision am Unter- bzw. Oberschenkel
Hautbrückentechnik: Über  mehrere 5 -10 cm Schnitte mit intermittierenden Hautbrücken.
Hautbrückentechnik: Über mehrere 5 -10 cm Schnitte mit intermittierenden Hautbrücken.
Endoskopische Venenentnahme: Über Zwei 1 -2 cm Mikroinzisonen
Endoskopische Venenentnahme: Über Zwei 1 -2 cm Mikroinzisonen

Vorteile der endoskopischen Venenentnahme:

  • Vermeidung von Wundheilungsstörungen am Bein durch geringeres chirurgisches Trauma
  • Schnellere postoperative Mobilisierbarkeit
  • Deutlich besseres kosmetisches Ergebnis
  • Graftqualität mit zunehmender Erfahrung des Operateurs gleichwertig mit der „offenen Technik“