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Abteilung für Schmerzmedizin
Leitender Arzt: Prof. Dr. C. Maier

Aktuelle Forschungsprojekte

Analyse einer bundesweit erhobenen Datenbank mit QST-Profilen von Patienten mit neuropathischem Schmerz , Erarbeitung einer neuen Mechanismen-basierten Klassifikation

Ziel des Projektes: Im Rahmen des vom BMBF geförderten DFNS-Netzwerkes wurden Daten aus einer Vielzahl von Schmerz- und neurologischen Zentren in Deutschland mittels QST erfasst. Ziel war es, mittels geeigneter statistischer Methoden hier verschiedene Profile zu identifizieren, so z. B. Patienten mit und ohne einer Schädigung z. B. der Funktion der kleinen oder auch der dicken Nervenfasern, ein Phänomen, das sowohl mit als auch ohne periphere oder zentrale Hyperalgesie auftreten kann. Aktuell wird dieses Vorhaben jetzt im europäischen Raum ausgeweitet. Ein neuer Schwerpunkt hierbei sind neben Verlaufsanalysen auch die Untersuchungen von schmerzfreien Patienten ohne Neuropathie sowie von Patienten mit nicht-neuropathischen Schmerzen.
Leiter: Prof. Dr. C. Maier
Beteiligte Wissenschaftler: Dr. E. Krumova, Dr. A. Westermann
Förderung: DFNS - BMBF (Förderung bis 2012, IMI Förderung bis 2015, Neuropain Förderung bis 2012)
Publikationen

Einfluss hochdosierter Opioide auf die Schlafarchitektur

Im klinischen Alltag ist aufgefallen, dass sich bei Patienten nach dem Opioid-­Entzug Probleme wie Tagesschläfrigkeit und Schmerzempfinden stark bessern. Nun wird vermutet, dass dies auf einen erholsameren Schlaf ohne Opioide zurückzuführen ist. Um diese Vermutung zu untermauern und festzustellen, ob Störungen der Atemregulation oder der Schlafarchitektur vorliegen, wird der Schlaf vor und nachdem Opioid-Entzug mittels einer kardiorespiratorischen Polysomnographie untersucht.

Medikamentencompliance ­ Vergleich von Patienten einer Schmerzklinik mit einem chirurgischen Kollektiv

In dieser Studie werden anamnestische Angaben zur aktuellen Medikation mittels toxikologischer Untersuchungen validiert. Das Hauptziel ist, die Inzidenz der Noncompliance bei Medikamenteneinnahme in einer Schmerzklinik im Vergleich zu einem anderen Patientenkollektiv (hier chirurgische Patienten) zu bestimmen. Außerdem werden Risikofaktoren für eine Noncompliance untersucht, um in Zukunft gezielt bei bestimmten Patientengruppen Medikamentenscreenings einzusetzen.

Repetitive sensorische Stimulation als Intervention bei Patienten mit einem CRPS Typ I:

In den letzten Jahren sind wichtige Prinzipien der Neuroplastizität aufgeklärt worden. Unter Nutzung dieses Wissen testen wir ein spezielles Stimulationsverfahren, bei dem kurzzeitige elektrische Impulse über die Handnerven zum Gehirn geleitet werden (repetitive sensorische Stimulation, RSS), um dort Reorganisationsprozesse in der kortikalen Handrepräsentation auszulösen. Von solchen Reorganisationen nach intensiven senso-­motorischen Trainingsprogrammen über mehrere Wochen ist bereits bekannt, dass sie sich positiv sowohl auf Tastsinnesleistungen als auch auf die Schmerzsymptomatik bei Patienten mit einem CRPS auswirken können. Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, ob eine repetitive sensorische Stimulation mit elektrischen Impulsen zur Verbesserung der Symptomatik bei Patienten mit CRPS Typ I beitragen kann und somit als ergänzendes Therapieverfahren eingesetzt werden kann. Ein großer Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass es keine Aufmerksamkeit oder aktive Mitarbeit des Patienten erfordert.

 

Quantitativ sensorische Testung in Zusammenhang mit der Auslösbarkeit der konditionierten körpereigenen Schmerzhemmung (CPM)

CPM (Conditioned Pain Modulation) bezeichnet ein System der körpereigenen Schmerzhemmung bestehend aus aszendierenden und deszendierenden spino-medullären Schleifen. Dabei kann diese körpereigene konditionierte Schmerzmodulation nur dann ausgelöst werden, wenn zwei, möglichst weit auseinander liegende Schmerzreize, gleichzeitig appliziert werden. Bisherige Studien zeigten, dass CPM bei Patienten mit chronischen Schmerzen nicht oder nicht ausreichend funktioniert und so vermutlich zu deren Schmerzaufrechterhaltung beiträgt. Aus diesem Grund ist die weitere Forschung auf dem Gebiet von besonderem Interesse, da man hofft, eines Tages Faktoren, welche für eine besonders gute oder schlechte CPM sprechen, zu kennen und so Risikopatienten rechtzeitig behandeln zu können. Zu diesem Zweck soll zunächst an Gesunden geprüft werden, ob ein Zusammenhang zwischen dem aktuellen Ausmaß der CPM und den während einer standardisierten quantitativ sensorischen Testung (QST) gemessenen Schmerzschwellen besteht.