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Abteilung für Schmerzmedizin
Leitender Arzt: Prof. Dr. C. Maier

Psychologische Krankheitsbilder bei chronischem Schmerz

Langjährige Erfahrungen legen eine Einordnung der Schmerzpatienten mit behandlungsbedürftigen chronischen Schmerzen in folgende vier psychologisch bedeutsame Untergruppen nahe:

1) Patienten mit einer Schmerzerkrankung, bei denen (bislang) keine psychische Beeinträchtigungen aufgetreten sind. Diese Untergruppe zeichnet sich durch gute und stabile persönliche Fähigkeiten sowie günstige soziale Umgebungsbedingungen aus und schafft eine gute Anpassung an ein Leben mit chronischem Schmerz, benötigt somit keine Schmerzpsychotherapie.

2) Patienten, die in Folge der Schmerzerkrankung psychisch und sozial beeinträchtigt sind und/oder Unsicherheiten in der Schmerzbewältigung bzw. Lebens-(um)gestaltung zeigen. Diese Patientengruppe ist in schmerztherapeutischen Arztpraxen und Kliniken sicherlich am häufigsten zu finden. Der Aufbau bzw. die Verbesserung der eigenen Bewältigungsmöglichkeiten sowie Hilfestellung bei der privaten und beruflichen Wiedereingliederung stehen hier im Vordergrund der Schmerzpsychotherapie.

3) Patienten mit bereits vorher bestehenden psychischen/psychiatrischen Störungen (z.B. Depression, Angststörungen, Anpassungsstörungen), die unter dem Einfluss der zusätzlichen Schmerzerkrankung eine Verschlimmerung ihrer psychischen Symptome erleben, woraus sich oft eine weitere Verschlechterung der Schmerzsymptomatik ergeben kann. Hier ist die Psychotherapie für die Erfolgsaussichten der körperlich ausgerichteten Schmerzbehandlung unverzichtbar.

4) Patienten mit psychischer/psychiatrischer Haupterkrankung (z.B. Persönlichkeitsstörung), bei denen die chronischen Schmerzen ein Teil- oder ein nachgeordnetes Problem dieser psychischen Störung darstellt. Für diese Patienten steht meist das körperliche Problem ihres Leidens (der Schmerz) im Vordergrund, obwohl die psychische Störung das eigentliche Hauptproblem darstellt. Vielfach ist das aber dem Patienten gar nicht bewusst oder wird aus Scham und Angst geleugnet. Eine hauptsächlich auf den Schmerz ausgerichtete Behandlung würde bei dieser Patientengruppe zu langwierigen und höchst unbefriedigenden Behandlungsversuchen führen.

Deshalb ist es wichtig, dass jeder Patient mit chronischen Schmerzen von einem erfahrenen Psychotherapeuten gesehen wird, um fachkundig zu beurteilen, ob und welche psychologische Unterstützung jeder einzelne Patient benötigt.