Link: Berufsgenossenschaftliche Kliniken Bergmannsheil Home | Suchen | Kontakt
germanenglish Printversion
       
Abteilung für Schmerzmedizin
Leitender Arzt: Prof. Dr. C. Maier

Krankheitsbilder

Phantomschmerzen

Phantomschmerzen sind bis heute eine rätselhafte Erkrankung. Hierunter versteht man Schmerzen in einem verlorenen Körperglied. Sie treten besonders häufig nach Verlust einer Hand, eines Armes, eines Fußes oder eines Beines auf. Diesen Schmerzen liegen Veränderungen im Gehirn zugrunde, das auf die Information aus der verlorenen Extremität mit Schmerzen reagiert.

Phantomschmerzen sind behandelbar. Hierfür gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die von der Verhaltenstherapie, der Physiotherapie, bis zu modernen Verfahren wie der Spiegeltherapie reichen. Hinzu kommt eine Vielzahl von im Einzelfall hochwirksamen Medikamenten, die der Arzt bei den Betroffenen einsetzen kann. Gegenwärtig ist es noch nicht möglich vorauszusagen, welche Schmerzmittel am besten bei den einzelnen Patienten wirken.

Können Phantomschmerzen von selbst verschwinden?

Phantomschmerzen können manchmal direkt nach einem Unfall auftreten und dann für viele Jahre den Patienten quälen. In anderen Fällen verschwinden diese Schmerzen mit und ohne Behandlung nach wenigen Wochen, können aber bei bestimmten Ereignissen (z. B. einem Schlaganfall, einer erneuten Operation am Stumpf oder anderen Erkrankung) schlagartig wieder auftreten. Eine dauerhafte Beseitigung von Phantomschmerzen ist erfahrungsgemäß nicht möglich. Es ist allerdings oftmals erreichbar, dass die Phantomschmerzen in den Hintergrund treten und das Leben des Amputierten nicht zusätzlich belasten.

Rückenschmerzen

Rückenschmerz ist eine der häufigsten Erkrankung der deutschen Bevölkerung. Es gibt viele verschiedene Ursachen von Rückenschmerzen, die der Arzt durch eine medizinische Untersuchung, auch unter Zuhilfenahme von Röntgenuntersuchungen stellen kann.
Wichtig ist aber: In 90% der Fälle findet sich bei Rückenschmerzen keine wesentliche körperliche Ursache, schon gar nicht irgendeine Veränderung im Röntgenbild, MRT oder in sonstigen Untersuchungen. Die Mehrzahl der Röntgenuntersuchungen bei Rückenschmerzen ist medizinischer Unsinn!

Was kann man gegen Rückenschmerzen tun?

Der Schlüssel jeder Behandlung ist die Wiederherstellung der Beweglichkeit und der Aktivität. Das Schlimmste, das ein Arzt für einen Patienten mit Rückenschmerz tun kann, ist ihn krank zu schreiben und an das Bett zu fesseln. Selbstverständlich gibt es hier Ausnahmen wie z.B. die akuten Bandscheibenvorfälle, Entzündungen und Tumore.

Wann bestehen besondere Gefahren?

Besondere Gefahren bestehen dann, wenn der Rückenschmerz im Rahmen einer anderen Erkrankung auftritt, z. B.

- bei einem Krebsleiden
- bei einer Entzündung
- bei einer rheumatischen Erkrankung.

Hierfür gibt es Alarmzeichen, die jeder Arzt kennt. Diese Schmerzen treten fast immer akut auf und sind mit anderen Begleitsymptomen verbunden. Hier spricht man vom so genannten roten Fähnchen (red flags), die der Arzt als erstes auch in unserer Schmerzklinik abklären wird. In bestimmten Fällen kommt es zu einer schweren Mitbeteiligung von Nervenwurzeln. Hierbei handelt es sich dann um eine Sonderform des Nervenschmerzes. In diesem Fall ist der Schmerz, neben dem eigentlichen Rückenschmerz, gekennzeichnet durch eine Ausstrahlung in die Beine, selten auch in die Arme. Die genaue Diagnose wird hier durch die neurologische Untersuchung gestellt. Die Bildgebung kann hierbei helfen. Allerdings muss nicht jeder Bandscheibenvorfall zu bleibenden Nervenschäden führen und nicht jeder bleibende Nervenschaden muss mit Schmerzen verbunden sein. D.h. aufgrund eines Bandscheibenvorfalls muss man nicht unbedingt an dauerhaften Rückenschmerzen leiden!

Wie sieht die Therapie von Rückenschmerzen aus?

Hier kann die Entscheidung, je nach Abhängigkeit im Einzelfall, der Dauer der Erkrankung und den bisher eingenommenen Medikamenten nur durch eine gemeinsame Untersuchung durch Ärzte verschiedener Fachgebiete, Physiotherapeuten, Psychologen und ggf. Spezialdiagnostik gestellt werden. Medikamente können helfen, können aber oft auch schaden. Viele Medikamente führen eher zur Inaktivität und sind deshalb eine Katastrophe für Rückenschmerzpatienten. Einzelheiten der Therapie müssen individuell nach einer Untersuchung und Beratung festgelegt werden.