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Mesotheliome und AsbestSignaltumor: 1960 erkannte man, dass Asbest als wesentlicher ätiologischer Faktor für die Entstehung eines malignen Mesothelioms gewertet werden muss. Wagner und seine Mitarbeiter beschrieben in ihrer Arbeit ein erhöhtes Auftreten von malignen Mesotheliomen bei asbestexponierten Minenarbeitern in Südafrikas. Dr. Selikoff (USA) beschrieb das Mesotheliom als „Signaltumor“ für das Vorliegen einer asbestbedingten Erkrankung. Berufserkrankung (BK) Nr. 4105: Die überwiegende Mehrzahl der Mesotheliome (zwischen 82 bis 90 %) ist als Asbest assoziiert zu werten und wird in den entsprechenden Ländern der EU und in Amerika als Berufskrankheit entschädigt. In Deutschland erfolgt eine Anerkennung des beruflich verursachten Mesothelioms des Rippenfells, des Bauchfells oder des Perikards seit 1977 unter der Ziffer 4105 der Berufskrankheitenverordnung (ergänzt durch Mesotheliome des Perikards mit Änderung der Verordnung zum 18.12.92). Latenzzeit: Trotz des Verbotes der Verwendungen von Asbest nimmt die Anzahl asbestassoziierter bösartiger Lungen- und Pleuraerkrankungen in Deutschland und in den Industrienationen seit Jahrzehnten zu. Der Asbestverbrauch in Deutschland und erreichte 1977 einen Maximalwert von ca. 250.000 Tonnen (siehe Abbildung). Dies beruht auf der langen Latenzzeit - Zeit zwischen der ersten Asbestexposition und der Erkrankung- von mehr als 30 bis über 40 Jahren. Anzahl der Berufserkrankungen in Deutschland: Mit über 1000 Neuerkrankungen und über 900 neu anerkannten Berufskrankheiten nach Nr. 4105 ist das maligne Mesotheliom die häufigste beruflich verursachte bösartige Tumorerkrankung in Deutschland. Mittlere Erkrankungsalter: Das mittlere Erkrankungsalter der beruflich exponierten Patienten liegt bei > 60 Jahren. Bei deutlich jüngeren Patienten muss neben der Möglichkeit eines asbest-unabhängigen Mesothelioms auch an eine erhöhte Asbestexposition im Kindesalter abgeklärt werden. Umgebungsexposition: In einigen Ländern gibt es natürliche Asbestvorkommen, die für die Bevölkerung dieser Regionen ein erhöhtes Risiko darstellen an einem Mesotheliom zu erkranken. So gibt es z.B. in der Türkei Regionen mit einer erhöhten Umgebungsexposition gegenüber Asbest (Tremolit). Bei diesen Patienten konnten mehrfach Asbestexpositionen in der Kindheit im Geburtsland nachgewiesen werden. So wurden durch die Nutzung asbesthaltiger Böden z.B. beim Hausbau Mesotheliomerkrankungen induziert. Um zwischen kommerziell genutzten und nicht industriell verwendeten Asbestarten (Tremolit) zu unterscheiden, wird eine elektronenmikroskopische Lungenstaubanalytik hinsichtlich der genauen Asbestfaserart durchgeführt. Nicht asbestassoziierte Mesotheliome: Die Zahl der als nicht asbestassoziiert eingestuften Mesotheliomerkrankungen variiert je nach Autor und Land deutlich. Nach den Ergebnissen des Mesotheliomregisters müssen in Deutschland über 90 % der Mesotheliomerkrankungen als asbestassoziiert eingestuft werden. Zeolit-Fasern: Ein spezieller Fall gesteigerter Mesotheliomhäufigkeit findet sich in einer bestimmten Regionen in der Türkei, in der eine Exposition gegenüber faserförmigen Zeolit (Erionit) gegeben ist. Diese natürliche Mineralfaser gehört nicht zu der Gruppe der Asbeste, ist aber ganz offensichtlich den Asbestfasern in ihrer Charakteristik sehr ähnlich.
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